lead image overlay

Deine/Meine/Eine Heimat

Initiatorln: Barbara Ambrusch-Rapp / Bereich: Kunst und Kultur

Ankunft von geflüchteten Menschen in St. Egyden. Was jetzt? Was sind das für Leute, wie denken und fühlen sie? Wie gehen wir mit ihnen um? Im Rahmen eines Workshops mit Ausstellung „Deine/Meine/Eine Heimat“ geben Asylwerbende Einblick in ihre Welt.

Das wohlwollende Miteinander zwischen asylwerbenden Menschen aus zum Teil fremden Kulturen und den Nachbarn vor Ort kann nicht alleine durch die von der Politik geschaffenen Rahmenbedingungen oder eine übergestülpte Willkommenskultur generiert werden. Vielmehr kann das Vertrauen aller Beteiligten in die reale Machbarkeit von Integration „hier bei uns im Dorf“ sehr stark auch erst auf der persönlichen Ebene bzw. im zwischenmenschlichen Bereich wachsen.

  • Ziel und Aufbau des interkulturellen Workshops:
  • Wertschätzung der Asylwerbenden – kreatives Schaffen
    Gemeinsam mit der Künstlerin wird die Begrifflichkeit „Heimat“ mit den geflüchteten Menschen erarbeitet. Wir machen uns auf die Suche nach Erlebnissen, Orten oder Dingen, die ein Gefühl von Heimat vermitteln. Wir überlegen uns Gegenstände, die ein Symbol für jede einzelne Erinnerung an Heimat sein könnten, beispielsweise eine Trommel für den musizierenden Bruder in Westafrika oder die wohlschmeckende Kürbissuppe der geliebten Oma in Afghanistan. Im Kreativworkshop werden diese Gegenstände als Kunstobjekte nachgebaut und sind dann als persönlich gestaltete „Heimatrelikte“ präsent. Ergänzende schriftliche Statements in Form von selbst geschriebenen Briefen beschreiben den Hintergrund zu den einzelnen Relikten, geben Einblick in die Biografie der Asylsuchenden. In einer Ausstellung, zu der alle Ortsansässigen eingeladen werden, bekommen die persönlichen Geschichten jeder und jedes Einzelnen ihren Raum, erfahren Wertschätzung und eine neue Relevanz.

  • Austausch und Annäherung
    Im Rahmen der Ausstellung (möglichst in der Nähe der Unterkunft) wird für Interessierte schnell sichtbar, dass hinter dem Schlagwort „Flüchtling“ ein Mensch zu finden ist, der womöglich ganz ähnliche Bedürfnisse nach Geborgenheit und Sicherheit hat, wie jede andere Person irgendwo auf dieser Welt. „Das könnte ja auch ich sein“, war eine der vielen positiven Rückmeldungen zu einem bereits absolvierten ähnlichen Projekt im Sommer 2015. Anknüpfungspunkte finden sich, eine ungezwungene Gesprächsbasis baut sich auf, die womöglich noch vorhandene Skepsis gegenüber dem vermeintlich „Anderen“ kann Schritt für Schritt einer Neugierde und dem ehrlichen Interesse aneinander weichen. Das Fremde ist vielleicht gar nicht so fremd…

  • Positives Erleben – Freude im kreativen Arbeitsprozess
    Nicht zuletzt ist das kreative Schaffen mit der Künstlerin auch ein schöner Ausgleich zum Alltag in der Flüchtlingsunterkunft, speziell in einer Jahreszeit, in der Aktivitäten im Freien eher eingeschränkt stattfinden. Das gemeinsame Tun individueller Persönlichkeiten innerhalb der Unterkunft ist Anregung für ein angenehmes Miteinander verschiedener Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen.


Die Projektinitiatorin Barbara Ambrusch-Rapp ist als Multimediakünstlerin und Kulturarbeiterin auch mit Kunstprojekten an Schulen und Workshops in Erwachsenenbildungseinrichtungen aktiv. Im Rahmen ihres Kunstprojektes KinderHeimatBox kann sie bereits auf Erfahrungen in der künstlerischen Arbeit mit asylwerbenden Menschen zurückblicken.

DeineMeineEine Heimat | Angstmän»