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Ausgrabungen auf dem Hemmaberg

Initiatorln: Sabine Ladstätter / Bereich: Innovation

Was uns Knochen erzählen

Am 1. Oktober starten zwei neue Projekte zum Hemmaberg in Südkärnten, die der österreichische Wissenschaftsfonds (FWF) finanziert. Forscherinnen und Forscher am Landesmuseum Kärnten und am Österreichischen Archäologischen Institut an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften befassen sich mit der Erforschung der völkerwanderungszeitlichen Siedlung auf dem Hemmaberg und der zeitgleichen Talsiedlung Iuenna bei Globasnitz.

Erstmals Gräberfeld aus der Zeit der Ostgoten freigelegt

In Iuenna-Globasnitz konnten die Archäologen erstmals im Alpen-Adria Raum ein Gräberfeld aus der Zeit der Ostgotenherrschaft (536 – 593) freilegen. Die Goten kamen zwischen 400 und 600 von Südrussland nach Mitteleuropa und siedelten im Auftrag des römischen Kaisers auch im heutigen Kärnten. Die Untersuchung der Skelette wird neue Erkenntnisse zu den Lebensbedingungen der Menschen in der Zeit des Übergangs von der Römerzeit zum frühen Mittelalter (5./6. Jh.) bringen.

Ungewöhnlich ist jedenfalls die Entdeckung, dass einige der eingewanderten Ostgoten ihren Kleinkindern den Kopf einbanden, sodass dieser turmartig verformt wurde. Diese Sitte hatten sie in Südrussland von den Hunnen übernommen.

Zur Information: Interessantes Video des Pilgermuseums Globasnitz

Kontinuität und Wandel

Jüngste archäologische Ausgrabungen zeigen, dass der Hemmaberg seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. bis ins 7. Jahrhundert n. Chr. durchgehend genutzt wurde. Diese außergewöhnliche Fülle an Fundmaterial soll genutzt werden, um mehr über den Wandel der heidnischen Kulte und Kultgebräuche und die Veränderungen durch das Christentum zu erfahren.

Auch hier spielen Knochen eine wichtige Rolle. Das Österreichische Archäologische Institut ist für die Bearbeitung der Tierknochen aus dem Gipfelheiligtum verantwortlich. Die tierischen Reste geben nicht nur Informationen über die Art der Tierhaltung und die Ernährungsgewohnheiten der Bewohner preis, sondern können auch Veränderungen in den Opfergebräuchen sichtbar machen.
  • Nach Abschluss der Projekte 2019 ist eine Ausstellung vor Ort geplant, um die neuen Ergebnisse der Öffentlichkeit vorzustellen.


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