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Pferde therapieren Kinder

Initiatorln: / Bereich: Gesellschaft

Hippokrates Intensivtherapie-Erlebniswoche

Der Kärntner Verein "Hippokrates" in Seeboden am Millstätter See bietet beeinträchtigten Kindern die Möglichkeit, ihre motorischen und sensorischen Fähigkeiten mit Hilfe der Hippotherapie zu verbessern. In unserem neuen Therapiestall wird die anstrengende Intensivtherapie zur sinnvollen Therapie-Erlebnis-Zeit. Unsere Therapiepferde sind in der Rolle der Co-Therapeuten. 

Was ist Hippotherapie?
Hippotherapie (Physiotherapie auf dem Pferd) oder Ergotherapie mit dem Pferd umfassen motorische, sensorische, kognitive, pädagogische, rehabilitative und sozial-integrative Maßnahmen, die über das Medium Pferd umgesetzt werden. Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen oder Behinderungen. Die Entwicklungsförderung steht in diesen Therapien im Mittelpunkt, reiterliche Fähigkeiten sind dagegen eher nebensächlich.
 

Wissenschaft und Praxis haben festgestellt, dass behinderte Kinder mit interdisziplinären, tiergestützten Therapien deutlich bessere Entwicklungsfortschritte machen als mit "herkömmlichen" Therapien, die für Eltern und Kinder oft zudem frustrierend sind. Selbst sonst therapiemüde Kinder lassen sich von den Tieren leichter motivieren und sind nach kurzer Zeit lustvoll bei der Sache. Die Eltern nutzen die Wartezeit während der Therapie zum Informations- und Erfahrungsautausch. Und sie helfen sich damit gegenseitig und können einander besser verstehen und unterstützen. 

Intensive Therapie bietet große Erfolge für die Patienten,  bringt aber auch hohe Kosten mit sich, die nicht vollständig von den Krankenkassen übernommen werden. Pro Therapieintensivblock müssen Eltern mit 1.000,- Euro an Selbstbehalt rechnen. Sinnvoll sind meistens 2-3 Blöcke im Jahr. Die Eltern beeinträchtigter Kinder haben aber einen hohen finanziellen Mehraufwand in vielen Bereichen (Rollstühle, Rollatoren, Schienen, speziell angefertigte Sitzgelegenheiten, Schuhe, usw.….). 

Jeder möchte seinem Kind die bestmögliche Situation schaffen um sich zu entwickeln. Wir sind bestrebt, uns dafür einzusetzen, dass jedes Kind die gleichen Möglichkeiten bekommt, zumindest im Rahmen unseres Therapieangebotes. Denn: Behinderung und Krankheit trifft alle sozialen Schichten. 

Unser Therapieangebot: Wir können in diesem Projekt 8 Kinder mit ihren Eltern betreuen. 

  • Jedem Kind bieten wir in 3-5 Wochen
  • 10 Hippotherapien,
  • 10 Ergotherapien mit Pferd und
  • 10 Physiotherapien im Therapiestall oder Freigelände des Hofes.

Die Verordnung der Therapien erfolgt durch die betreuenden Ärzte, und zusätzlich werden sie noch vom Chefarzt bewilligt. Das sichert eine anteilige Kostenübernahme durch die Krankenkassen der Patienten.

Leider wird die Finanzierung dieser medizinisch notwendigen und ärztlich verordneten Therapien immer schwieriger für die betroffenen Familien. Ohne finanzielle Hilfe können viele Familien ihren Kindern diese sinnvollen und erfolgreichen Therapien nicht mehr ermöglichen. 

Menschen mit Handicap benötigen ein individuelles auf ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten abgestimmtes interdisziplinäres Förderungs- und Therapiekonzept. Dieses Konzept basiert auf einem ausführlicher interdisziplinärer therapeutischen Befund. Fähigkeiten und Schwächen, als auch der spezifische Alltag des Patienten finden dabei Beachtung. Die Therapie ist auch eine Hilfe zur Selbsthilfe, damit die Patienten ihren Alltag selbstständiger bewältigen können. Lernen und Fortschritte gelingen am besten, wenn man die gestellten Aufgaben mit Freude und Spaß meistern kann. 

Mit Hilfe der Pferde erleben die Kinder ihre spezielle Therapie oft nicht als solche, im herkömmlichen Sinne. Sie sind mit so viel Begeisterung ausdauernd und konzentriert beim „Arbeiten“, dass sie oft gar nicht merken, wie sehr sie sich für viele Dinge eigentlich anstrengen müssen.

Elternarbeit: Die Eltern/Bezugspersonen sind bei der Therapie dabei, und werden angeleitet. Ziel ist es dass diese erarbeiteten „Themen“ in den familiären Alltag übernommen werden. Denn nur was dauerhalft umgesetzt wird, bringt den gewünschten Therapieerfolg. Der dann mit Folgeprojekten weiter ausgebaut und gefestigt wird. Auch eine psychologische Betreuung der Eltern können wir durch die Zeitspende von Psychologin Andrea Egger (psi-consulting.at) anbieten.

Ziele der Intensivtherapiewochen: Die kleinen Patienten machen in diesen schon erprobten Intensivtherapie-Erlebniswochen deutliche Fortschritte in ihrer körperlichen, geistigen und emotionalen Entwicklung. 

  • Erreichte Ziele sind z.B.:
  • sich selbst besser aufrichten und länger alleine sitzen können
  • stabiler und länger stehen, Verbesserung des Gleichgewichtes
  • koordinierter sicherer gehen, stoppen und Hindernissen ausweichen können
  • Handlungen besser planen und durchführen können
  • Gefühle und Bedürfnisse können besser ausgedrückt werden
  • Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Eigene Fähigkeiten besser einschätzen können und lernen, dass man sich mit „Üben“verbessern kann
  • Mehr Lebensfreude und somit auch Leistungsmotivation
  • Den nächsten Entwicklungsschritt (z.B.: Stehen, greifen, loslassen,…) zu erarbeiten, der dann zu Hause gefestigt wird

Die meisten unserer Therapiekinder kommen aus Kärnten und können in Kärnten eine ausgereifte und wirksame Therapie wahrnehmen. Sie müssen dafür nicht in andere Bundesländer fahren, die Eltern sparen ihre Urlaubstage für andere wichtige Termine, und können ihre Zeit dann über das Jahr verteilt, flexibler für die Kinder einteilen. Wir haben aber auch schon Patienten aus anderen Bundesländern und aus Deutschland betreut.

Unser Konzept ist nachhaltig und umfassend. Wir arbeiten mit anderen Partnern aus dem therapeutischen Sektor zusammen. Auch Hilfsmittelversorgung (z.B.: Rollstuhlanpassung, ausprobieren neuer Gehhilfen) wird von uns organisiert und begleitet. Am Ende der Therapiewochen haben die Eltern das Fachwissen, das sie für die weitere Förderung ihrer Kinder im Alltag brauchen.