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"Kompass"-Projekt für Asylwerber

Initiatorln: Sabrina Gärtner / Bereich: Gesellschaft

Kulturelle Missverständnisse waren gestern! Unser Pilotprojekt für respektvolles Miteinander und gelebte Integration.

Wir sind davon überzeugt: Integration kann man nicht erzwingen oder befehlen. Aber man kann sie unterstützen und fördern! Im St. Egydener Hof (Kärnten) sind zurzeit 64 AsylwerberInnen im Alter von 0 bis 45 Jahren untergebracht. Unser „Kompass“-Projekt versteht sich als Projekt der praktischen Kulturvermittlung. Durch ein gezieltes Wissens-, Interaktions- und Freizeitprogramm soll gegenseitiger Respekt und Verständnis füreinander gefördert werden. Ziel unseres Projekts ist ein harmonisches Miteinander der Kulturen und letztlich eine gelungene Integration der Flüchtlinge. Wie das gelingen soll?

 

1. Patenschaften – individuell & menschlich 

Freiwillige unserer Gemeinschaft übernehmen die Patenschaft für einzelne Personen, Familien oder Gruppen. Die Paten übernehmen wichtige Aufgaben in der ersten Phase der Orientierung: Sie vermitteln den AsylwerberInnen ein grundlegendes Basiswissen (Informationen zur Ortschaft, der Gemeinde, der Region, der klimatischen Situation, Rechte und Pflichten, Gebote und Verbote usw.), informieren über regionale Gepflogenheiten (lokale Sitten und Gebräuche, Bekleidungskultur etc.) und stehen den Menschen mit Rat und Tat zur Seite. Die Paten helfen außerdem beim Erwerb sozialer Kompetenzen und unterstützen die Interaktion im Alltag (Beispiele: Wie begrüße ich mein Gegenüber richtig? Was muss ich im Haushalt beachten? Wie verhalte ich mich gegenüber den Nachbarn? Wie verhalte ich mich beim Arztbesuch? Wie werde ich im Gemeindeamt vorstellig? etc.) 


2. Gemeinschaft – stark & engagiert

Nur gemeinsam sind wir stark! Um das Zusammenwachsen der St. Egydener Bevölkerung und der AsylwerberInnen zu begleiten, werden verschiedene gemeinschaftliche Angebote erstellt. Freiwillige werden in kleinen oder größeren Gruppen je nach Jahreszeit besondere Aktivitäten planen und auch umsetzen.
  • Dies sind im Besonderen:
  • Ausflüge zu besonderen Orten der Region 
  • Wanderungen und Erkundungen in der Umgebung von St. Egyden 
  • Gemeinsame Veranstaltungen im Ort und im Asylwerberheim (Tag der offenen Tür, Erntedankfest) 
  • Gemeinsames Basteln und Werken
  • Handarbeiten für den Eigenbedarf (Socken, Mützen, Schulter- und Kopftücher etc.)
  • Gestaltung von kleinen Geschenken für die Bevölkerung von St. Egyden 
  • Kulturverbindende Kaffeekränzchen 
  • u.v.m.  


3. Experten – kompetent & persönlich
 

Für besondere Fragen von AsylwerberInnen werden wir auf Expertenwissen zurückgreifen. 
  • Folgende Bereiche sind vorgesehen:
  • Arbeitsmarkt 
  • Asylrecht 
  • Bildung 
  • Ernährung 
  • Finanzen 
  • Gesundheit 
  • u.v.m. 

Informationen zum Projektteam 

Unser Projektteam ist eine starke Gemeinschaft aus Freiwilligen mit wertvollen Erfahrungen und Kenntnissen in ihren jeweiligen Disziplinen. Als Koordinatorin für die gemeinschaftlichen Aktivitäten zeichnet Maria Happe-Schütz verantwortlich, Gabriele Strauß sorgt für das erfolgreiche Gelingen der Patenschaften. Dr. Maria Schmidt-Leitner steht uns als Verbindungsperson zum Elternverein der International School Carinthia (ISC) zur Verfügung. In Kooperation mit der ISC werden künstlerische und handwerkliche Aktivitäten angedacht.  

Nachhaltigkeit 

Unser „Kompass“-Projekt birgt viel Potenzial. Wir sind davon überzeugt, dass die Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir in St. Egyden sammeln, nicht nur vor Ort von großer Relevanz sein werden. Im Optimalfall gelingt es nach Abschluss des Projekts, einen Leitfaden zu etablieren, der künftig in anderen Gemeinden genutzt werden kann, um erfolgreiche Integration zu (er)leben!

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