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Menschen im Aufwind

Viele Menschen unterstützen die Initiative für Kärnten. Unser Dank gilt allen, die sich engagieren und zum Aufwind in Kärnten beitragen.

Wolfgang Petritsch

Österreichischer Diplomat und Politiker

Rolle: Freunde

Aktiv für: Gesellschaft, Wirtschaft

Statement zum Aufwind

Wien ist die größte Stadt Kärntens. Das mag für viele überraschend klingen, ist aber eine Tatsache. Kärntner aber gibt’s nicht nur in Wien. Auf meiner kürzlichen Reise ins Silicon Valley bei San Francisco hab ich selbst im Englisch eines jungen Forschers unser Kärntnerisch herausgehört – und hab mich sofort hamisch gefühlt. So bewundernswert es ist, überall auf der Welt Landsleute zu treffen, so sehr sollte uns dies auch zu denken geben, warum es seit Generationen tüchtige junge Burschen und Mädchen in die Ferne zieht. Unser südliches Bundesland ist von den globalen Veränderungen besonders stark beeinflusst. Das Ende des Kalten Krieges, der Beitritt zur Europäischen Union, die Aussöhnung im Lande und mit den Nachbarn, haben gerade für ein offenes Kärnten neue politische und wirtschaftliche Möglichkeiten geschaffen. Haben wir danach gehandelt?

Zu wenig, meine ich, wurde der Aufbruch, die Öffnung, überhaupt der europäischen Optimismus der 1990er Jahre in Kärnten genützt. Heute muss enormer politischer Wille aufgewendet werden, um unter äußerst schwierigen europäischen Rahmenbedingungen den desaströsen Finanzmüll zu entsorgen. In dieser Situation heißt es, die Ärmel aufzukrempeln und in die Zukunft zu blicken. Die Arbeitswelt ist mobil geworden; der Markt liegt nicht mehr nur vor der Haustür. Aber auch Innovation und Entwicklung findet mehr und mehr dezentral statt – daran hat mich das ländliche Silicon Valley erinnert. Der Standort ist weniger wichtig geworden; Innovationsfähigkeit und Erfindergeist machen heute wett, was in der Vergangenheit von Nachteil war. Daher kommt es darauf an, das so reichlich vorhandene kreative Potential für innovative Produktion und ungewöhnliche Lösungen zu gewinnen; Angebote zu entwickeln, die in der Region und weit darüber hinaus nachgefragt werden.

Nützen wir die rasante Vernetzung der Welt für den Standort Kärnten. Unterstützen wir ganz bewusst auch wirtschaftlich riskante Initiativen junger Menschen. Mehr can do-mentality und Neugierde was andere machen, könnte nicht schaden. Ideen und Anregungen gäbe es genügend: Schaffen wir in Kärnten technologische hot spots und geben wir der kulturellen Moderne – Kunst und Kultur ganz allgemein - ihren wichtigen Stellenwert. Woran wir gemeinsam arbeiten müssen: Den typischen Kärntner brain drain zu stoppen, der sich - trotz erfolgreicher Leitbetriebe und KMUs - aus dem fortbestehenden Mangel an qualifizierten Arbeitsplätzen ergibt. Damit unser Kärntner Forscher aus dem fernen San Francisco nicht nur auf Urlaub nach Kärnten kommt, sondern hier am Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens mitarbeitet.

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