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Nichts ist mehr, wie es einmal war!

22 Sep, 2016 13:22 von Ricarda Motschilnig in Gesellschaft

Wie eine Kopfverletzung das Leben auf den Kopf stellen kann!

Nichts ist mehr, wie es einmal war!

Hast du einen vertrauten Menschen, der sich von heute auf morgen aufgrund einer Kopfverletzung verändert hat? Kennst du dieses Gefühl der Ohnmacht, wenn jemand, der erfolgreich im Leben stand, plötzlich in allen Lebensbereichen auf Hilfe angewiesen ist und vieles neu erlernen muss?

Ich kenne es. Und viele andere kennen es auch. Und das alles bedeutet vor allem eines: Veränderung. Veränderung, mit der man erst einmal klar kommen muss.

Worum es geht, ...

  • Was geschah:
  • 2009: Wie immer bin ich als Fan beim Ironman-Triathlon dabei und feuere meinen Bruder beim Zieleinlauf an.
  • 2012: Ein Unfall – aber nicht beim Extremsport. Bei einer Grillfeier während eines Auslandsstudiums stürzt er eine Treppe hinab. Mein Bruder hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.
  • 2013: Nichts ist mehr, wie es einmal war. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich weiß nicht, wer mir helfen kann.
  • 2014: Er lebt in einem Pflegeheim. Mittlerweile ist es Gewissheit: Er wird nie wieder der Bruder sein, den ich kannte.
  • 2016: Ich habe Wege gefunden. Ich erzähle anderen, was sie machen können. Ich erzähle anderen, wer ihnen helfen kann.
  • Manchmal sagt ein Video mehr als tausend Worte!

Allein gelassen…

Was fehlt sind Unterstützungsangebote. Sowohl für Betroffene, als auch für Angehörige. Man fühlt sich so allein gelassen – völlig überfordert, am Ende seiner Kräfte. Es gibt keine «Lebensräume» für diese Gruppe von Menschen. Viele Freunde und Wegbegleiter wenden sich ab. Der Weg durch den Behördendschungel auf der verzweifelten Suche nach Hilfe endet nicht selten mit emotionaler und materieller Entkräftung. Man verschwindet buchstäblich in den täglichen Aufgaben und Herausforderungen.

Wen betrifft das?

Es kann jeden treffen! Mindestens 180.000 Personen sind österreichweit von erworbenen Hirnschädigungen betroffen. 180.000! Das ist keine Kleinigkeit. Vom Schädel-Hirn-Trauma bis zum Schlaganfall. 10 bis 30 Prozent aller Betroffenen tragen schwerste Beeinträchtigungen davon. Auch bei leichter Betroffenen bleibt eine unsichere Zukunft. Für den Großteil ist ein Leben ohne fremde Hilfe nicht mehr möglich. Dies sind Menschen wie mein Bruder.

Wieder ins Leben eintauchen ...

Plötzlich ist alles anders!
Plötzlich ist alles anders!
Und darum haben wir HIRNverletzt vernetzt, das Kärntner Netzwerk für Menschen mit erworbenen Hirnschäden, initiiert. Es unterstützt Betroffene und deren Angehörige. Wir bringen Menschen zusammen und teilen Erfahrungen. Wir helfen uns gegenseitig und bitten Fachexperten um Hilfe. Damit wir einen Weg finden, wieder ins Leben einzutauchen.

  • In den ersten Monaten unserer Entstehungsgeschichte können wir schon auf viele wichtige Schritte und Erfolge zurückblicken:
  • durch unsere Präsenz in diversen Medien und viel Netzwerkarbeit, haben wir Betroffene und Interessierte in ganz Kärnten erreicht und zusammengebracht
  • wir hatten bereichernde Netzwerktreffen und Veranstaltungen
  • wir konnten politische EntscheidungsträgerInnen auf uns und unsere Belange aufmerksam machen
  • und noch viel mehr ...

  • Was du tun kannst:
  • Unser Verein arbeitet ehrenamtlich. Neben unseren Jobs. Neben unserer Freizeit, die wir ohnehin zum Großteil für die Betreuung unserer betroffenen Angehörigen verwenden.
  • Du willst Menschen mit erworbenen Hirnschäden und deren Angehörige (finanziell) unterstützen?
  • Du bist ExpertIn im medizinischen Bereich, verfügst über Know-how in Therapie und Pflege oder willst ganz einfach selbst aktiv mithelfen.
Dann kontaktiere uns doch einfach! Deine Unterstützung hilft bei der Organisation von Therapie und Pflege, bei der Bewusstseinsschaffung in der Bevölkerung, beim Aufbau von Selbsthilfegruppen, Angehörigentreffen, Beratungen und vielem mehr.

Denn: Zusammen ist es leichter!
Mehr Informationen unter www.hirnverletzt.at und auf Facebook http://www.facebook.com/hirnverletztvernetzt.