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Deine/Meine/Eine Heimat

14 Mär, 2016 17:29 von Barbara Ambrusch-Rapp in Kultur

Krönender Abschluss eines Erfolgsprojekts oder: "Deine/Meine/Eine Heimat" - ein integratives Kunstprojekt.

Deine/Meine/Eine Heimat

Es ist eines der ersten Projekte, dem sich die Initiative für Kärnten verschrieben hat: "Deine/Meine/Eine Heimat" - ein integratives Kunstprojekt. Dass sich aus dieser zarten Idee eine derartig repräsentative Erfolgsgeschichte entwickeln würde, konnte zu Projektstart niemand auch nur im Ansatz erahnen.  

Crowdfunding, Integration und Heimat

Doch beginnen wir am Anfang: Im September 2015 lernen wir Barbara Ambrusch-Rapp, eine engagierte Veldner Künstlerin, kennen und nach einem positiven ersten Gespräch wird schnell klar: Wir müssen gemeinsam etwas tun! Zu dieser Zeit ziehen im St. Egydener Hof die ersten Asylwerber ein. Und weil nun jede helfende Hand und jede gute Idee gebraucht wird, wird aus einem Lippenbekenntnis rasch ein konkretes Projekt. Ein integratives Kunstprojekt schwebt Ambrusch-Rapp vor und weil die Zeit drängt, werden Nägel mit Köpfen gemacht. In Windeseile steht der Projektantrag, wenig später finden bereits die ersten Kunst-Workshops in der Flüchtlingsunterkunft statt.

Nach einem halben Jahr harter Arbeit befindet sich "Deine/Meine/Eine Heimat" im Projektendstadium. Die Kosten für das Projekt - gemeint sind hierbei ausschließlich Materialkosten - wurde vollständig über unsere Crowdfunding-Plattform finanziert; schon das ist höchst bejubelnswert! Doch auch seine gesellschaftliche Funktion hat "Deine/Meine/Eine Heimat" bravourös erfüllt. Im Rahmen der Workshop-Serie gaben Asylwerbende Einblick in ihre Welt.

"Die Geschichten zur verlassenen oder neuen Heimat (in Form von Bildern, Objekten und persönlichen Statements) stellten die Menschen hinter dem Schlagwort „Flüchtling“ in den Vordergrund. Neben ihrer Aufgabe, so viel wie möglich über das Leben in Österreich zu lernen, wurde unseren Gästen in diesem Projekt auch Wertschätzung und das Interesse an ihrer Person, ihrer Herkunft und Kultur vermittelt," fasst Barbara Ambrusch-Rapp die Wirkung ihres Kunstprojekts stolz zusammen.


Kunst kennt keine Grenzen...
Kunst kennt keine Grenzen...

Krönender Höhepunkt

Was wäre Kunst, wenn sie nicht zu sehen und zu bestaunen wäre? Die künstlerischen Werke, die im St. Egydener Hof entstanden sind, sollten einer breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Soweit der Plan.

Dank der freundlichen Unterstützung von Bürgermeister Ferdinand Vouk durften die Neo-Kunstschaffenden die Galerie im Gemeindeamt für eine öffentliche, frei zugängige Ausstellung nutzen. Offiziell eröffnet wurde am 12. März. Margit Heissenberger, Geschäftsführerin der "Initiative für Kärnten" und Veldens Bürgermeister Ferdinand Vouk begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste in der Galerie im Gemeindeamt Velden.

Wenn ich spüre, wer du bist, scheinst du mir nicht mehr fremd…
Angelika Tarmann, IfK-Frontfrau Margit Heissenberger, Bürgermeister Ferdinand Vouk und Künstlerin Barbara Ambrusch-Rapp bei der offiziellen Eröffnung
Angelika Tarmann, IfK-Frontfrau Margit Heissenberger, Bürgermeister Ferdinand Vouk und Künstlerin Barbara Ambrusch-Rapp bei der offiziellen Eröffnung

In der Ausstellung zu sehen waren kreative Arbeiten zum Thema Heimat von Menschen aus Afghanistan, Kirgistan, Österreich, Syrien und dem Irak. Auch die Kleinen und Kleinsten hatten sich begeistert am Schaffensprozess beteiligt und so gab es auch kreative Experimente vom Kindermaltisch zu betrachten.

Alle Beteiligten freuten sich über das große Interesse an der Ausstellungseröffnung und die wohlwollende Geselligkeit in verschiedenen Sprachen. Möge sie zum weiteren Aufeinanderzugehen inspirieren! Unter den Ausstellungsgästen entdeckt: Autorin Sieglind Demus, Kabarettist Christian Hölbling, Architekt Gerhard Kopeinig, Kunstverein Velden Obfrau Jutta Kempfer, Gemeinderätin Bianca Koren, Obmann der Ortsgemeinschaft Lind Walter Kupper, Autor Gerhard Leeb, Bundesdelegierte Nada Zerzer uvm.



Mehrwert für Kärnten!

Was aber hat dieses Projekt für Kärnten gebracht? Wo sind die wichtigen Erkenntnisse für unser Bundesland?

  1. Crowdfunding funktioniert! Ja, es ist harte und zeitintensive Arbeit, aber da draußen sind zahlreiche Leute, die gerne einen finanziellen Beitrag leisten, wenn es gelingt, sie von der Notwendigkeit des Projekts zu überzeugen.

  2. Wenn eine Gruppe von Menschen die Initiative ergreift, anpackt und an die Sache glaubt, kann jede Vision Wirklichkeit werden! Das gibt Hoffnung für eine zivilgesellschaftliche Bewegung in Kärnten.

  3. Integration - dafür braucht es zwar auch, aber nicht nur Sprach- und Benimmkurse. Wenn wir aufeinander zugehen - ohne Ängste, Zweifel und Hass -, können wir eine gemeinsame Sprache für ein gemeinsames Verständnis finden. "Deine/Meine/Eine Heimat" hat uns verdeutlicht, dass Kunst zur Brücke zwischen den Kulturen werden kann (und muss!).

In diesem Sinne:
Willkommen! Dobrodošli!
Benvenuti! Welcome!
اهلا وسهلا بكم
خوش آمديد