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Chancen und Herausforderungen für KMU

21 Nov, 2016 10:31 von Dietmar Sternad in Wirtschaft

Teil 2 aus der Reihe "Wirtschaftsstandort Kärnten"

Chancen und Herausforderungen für KMU
  • Intro: Die Veranstaltung "Wirtschaftsstandort Kärnten: Trends, Potenziale und Hoffnungen" der Initiative für Kärnten fand am Freitag, den 14. Oktober 2016 in der FH Kärnten statt. In diesem Blog werden in der gleichnamigen Reihe, verschiedenste Beiträge der Mitwirkenden zu dieser Veranstaltung gepostet. 


Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung im Rahmen des von der IfK und der Quality Austria initiierten Pilotprojekts „Check Unternehmensqualität“ wurden im Rahmen der Veranstaltung von Dietmar Sternad und Melanie Krenn (FH Kärnten, Studienbereich Wirtschaft & Management) vorgestellt.


Neue Strategien

Melanie Krenn über Business Excellence für KMU

Qualitatives Wachstum ist für Kärntner KMU eine strategisch interessante Möglichkeit um sich zu positionieren. Zum einen, weil sie dadurch international anschluss- und wettbewerbsfähig sein können. Gerade Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf Nischenprodukte oder Differenzierung ausgerichtet ist, können durch qualitatives Wachstum ihre Performance steigern.

Zum anderen wollen Unternehmen bessere finanzielle Ergebnisse erzielen. Dies erreichen sie entweder durch eine Erhöhung der Absatzzahlen oder indem sie einen höheren Deckungsbeitrag pro Einheit generieren. Dadurch steht ein höherer Betrag zur Verfügung, um die Fixkosten zu decken, weshalb am Ende ein höherer Gewinn ausgewiesen werden kann. Qualitatives Wachstum kann sowohl zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit als auch zur Generierung höherer Deckungsbeiträge beitragen.


Business Excellence für KMU

Business Excellence-Modelle (wie das EFQM Modell) sind ein Instrument, um qualitatives Wachstum zu begleiten. Wissenschaftliche Studien zeigen eine Tendenz, dass Unternehmen, die solche Modelle einsetzen, im Branchenvergleich bessere Geschäftsergebnisse erzielen.

  • Während das Pilotprojekt das Ziel hatte, KMU an das EFQM-Modell heranzuführen, standen im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung drei wesentliche Fragen im Vordergrund:
  • Was sind die Motive für den Einsatz eines Business Excellence-Ansatzes in KMU?
  • Welche Hindernisse für den Einsatz eines Business Excellence-Ansatzes gibt es in KMU?
  • Welche Auswirkungen auf die Unternehmensqualität können durch den Einsatz des neuen „Check Unternehmensqualität“ festgestellt werden?

  • Was für die Beschäftigung mit Business Excellence Modellen spricht, spiegelte sich in folgenden vier Themenbereichen wider:
  • Die Unternehmen möchten ihre Strukturen und Prozesse innerhalb der Organisation anpassen und optimieren.
  • Die UnternehmerInnen streben nach operativer Excellence und haben persönliches Interesse an einer Qualitätssteigerung.
  • Die Unternehmen möchten den Anforderungen des Marktes gerecht werden, um sich gegenüber der Konkurrenz behaupten zu können.
  • Die Unternehmen suchen nach Lösungen, um ihre strategische Entwicklung voranzutreiben.

  • Demgegenüber wurden drei wesentliche Problemfelder identifiziert, warum KMU noch Vorbehalte gegenüber den Einsatz eines solchen Modells haben:
  • Fehlende Ressourcen, allen voran die mangelnde Zeit, wurden seitens der UnternehmerInnen beklagt.
  • Auch das Thema Einstellung und Commitment war relevant – insbesondere hinsichtlich der Akzeptanz im Unternehmensalltag und bei den Mitarbeitern.
  • Es wurden Bedenken zum Modell selbst geäußert, z.B. hinsichtlich der Dauer oder der fehlenden quantitativen Beurteilung.


Was können KMU daraus lernen?

  • Aus den Erfahrungen der teilnehmenden Unternehmen konnten schließlich drei Stufen abgeleitet werden, die ersichtlich machen, was sich in den Unternehmen geändert hat:
  • Stufe 1 – Sensibilisierung: Auf dieser Stufe wurden in den Unternehmen ein Bewusstsein für versteckte Probleme geschaffen und ein Reflexionsprozess in Gang gesetzt.
  • Stufe 2 – Initiierung: Auch hier wurden die Unternehmen für Probleme im Unternehmen sensibilisiert, aber zudem wurden erste Maßnahmen umgesetzt und weitere Schritte geplant.
  • Stufe 3 – Konsequenz: Auf der letzten Stufe wurden die Maßnahmen zum größten Teil bereits gelebt, und man versucht, den neuen Weg konsequent weiter zu gehen.

  • Aus den genannten Erkenntnissen wurden schließlich folgende vier Voraussetzungen abgeleitet, die KMU mitbringen müssen, um Business Excellence Modelle gewinnbringend einsetzen zu können:
  • Zum einen muss die Bereitschaft vorhanden sein, Ressourcen aufzuwenden. Zeit gilt dabei als wertvollste Ressource und sollte nicht als Kostenfaktor gesehen werden, sondern als Investition.
  • Zum zweiten muss man bereit sein, sich notwendigen Change-Prozessen zu stellen. Sowohl das Management als auch die Mitarbeiter müssen mitwirken und überzeugt sein, dass es ihnen etwas bringt.
  • Wenn man sich verbessern will, muss man in der Lage sein, Feedback anzunehmen und mit Kritik umzugehen. Nur dann kann ein nachhaltiger Reflexionsprozess in Gang gesetzt werden.
  • Schließlich ist besonders für KMU ein langfristiges Commitment wichtig für den Erfolg von Initiativen zur Steigerung der Unternehmensqualität.